2021

„die blaue Blume sehn’ ich mich zu erblicken“

Wolfram Hänsch

Radierzyklus zum Romantikerkreis

                                                                                                                 
Blick in die Ausstellung © Dr. Kristina Kuhn
   Blick in die Ausstellung © Dr. Kristina Kuhn

Ausstellung in der Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt

  1. Mai -30. September 2021

Klein, zart und zierlich, einem Seeröschen gleich, schmückt ein Exemplar der Blauen Blume die Mappe des Künstlers Wolfram Hänsch. Er hat sich, wie der junge Heinrich in Novalis’ „Heinrich von Ofterdingen“, auf die Suche begeben:
Er spürt den ProtagonistInnen, Orten und Wirkungskreisen der Romantik nach. Vergangene und vergängliche Geistes-Epoche ist die Romantik keineswegs. Sie ist persönliches Erleben (in) der Gegenwart. Kein schwärmerischer Kitsch, sondern eine Erfahrung der Gegensätze und Widerstände: „nachtbegeistert und sinnbegabt“. Sie teilt sich mit in der Einsamkeit der Natur, beim Anblick überkommener Bauten und durch die Auseinandersetzung mit Literatur: in illustrer Gesellschaft und im Stillen Kämmerlein – sie entsteht in der Einbildungskraft, im künstlerischen Prozess, in der Bearbeitung des Materials.

Wolfram Hänsch wandelt in ganz ähnlicher Weise zwischen den Welten wie Novalis. Zwischen der Bibliothek eines Klipphausener Bäckermeisters und der Dresdner Hochschule für Bildende Künste. Zunächst war er Student von Hans Theo Richter in den frühen 60er Jahren, bis er freiwillig das Feld räumte, um seine Kunst keiner politischen Ideologie zu unterwerfen. Als Dozent (1993) und außerplanmäßiger Professor (2006) kehrte er dorthin zurück. Heute lebt und arbeitet er als freischaffender Künstler in Meißen. Er hat unter anderem im Webermuseum Dresden, im Kollwitz-Haus Moritzburg, im Romantikerhaus in Jena und in der Albrechtsburg Meißen ausgestellt.

Mit dieser Ausstellung kehren seine Radierungen am Geburtsort der Blauen Blume ein: Ins Schloss Oberwiederstedt, in dem Friedrich von Hardenberg zur Welt kam.




2019/2020

Ausstellung

Die Figur des Kindes bei Novalis















Junge beim Zeichnen, Französische Studie, 18. Jh.
(Atelier und Stiftung Ohm, Hamburg)







Um 1800 bewirkte die europäische Aufklärung eine bewusstere Wahrnehmung des Kindes als gesellschaftliches Wesen. Auch die romantischen Visionen vom Recht des Kindes auf Anerkennung der eigenen Persönlichkeit gewannen im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert, dem Beginn der Moderne, an Einfluss auf das Geistesleben, die Literatur und die Kunst der Zeit.
Die Ausstellung hebt eine neue Facette des im Jahr 2000 gezeigten Themas "Kind und Kindheit im 18. Jahrhundert" hervor. Inhaltliches Fundament der Exposition ist Novalis' Text Die Lehrlinge zu Sais.
                                                                                                 

Mit der Figur des Kindes beginnt die Figur der Menschheit. So wird das Thema Kind und Kindheit erstmals aus einem kunsthistorischen und literarischen Kontext heraus dargestellt, der den Blick für die frühromantische Kindheitsutopie öffnet und das in diesem Zusammenhang stehende Entdecken, Beobachten und selbst Erfahren als Grundlagen des Lebens sichtbar und erkennbar macht. Als Besonderheit überrascht dabei die interaktive Kulisse.

Gezeigt werden Objekte der Kunst- und Kulturgeschichte aus der privaten Sammlung Stiftung Ohm (Hamburg). Herausragende Gemälde und Plastiken zeigen den Wandel der Kindesdarstellungen in den bildenden Künsten von der Antike bis in das 19. Jahrhundert. Kinderkleidung und Spielzeuge lassen die Alltagswelt eines Kindes um 1800 anschaulich entstehen.

Die Ausstellungseröffnung findet am 1. Mai 2019, 17 Uhr statt und ist ab dem 2. Mai ab 15 Uhr für Besucher geöffnet.
Ausstellungsdauer: 2. Mai 2019 bis 30. Dezember 2020

Zwei Publikationen aus der Reihe Wissensreisen erscheinen zum Thema in überarbeiteter Fassung neu:
"Kind und Kindheit im 18. Jahrhundert" sowie Novalis' Märchen von "Hyazinth und Rosenblütchen".





2018



Novalis und die Medizin im Kontext von Naturwissenschaften und Philosophie um 1800
Ausstellung vom 4. Mai 2017 bis 30. Juni 2018


⇒ Link: Fernsehbeitrag Ausstellungseröffnung "Novalis und die Medizin"